Workshop
Workshop-Raum beim Liblar CityLab
Eins vorweg: Das CityLab-Konzept ist lediglich eine Möglichkeit wie man ein stadtgestalterisches Projekt umsetzen kann. Passe es also ganz individuell so an, wie es für dich und deine Gruppe Sinn ergibt.
Übersicht
Der Workshop ist für eine Zeitspanne von insgesamt sieben Wochen angelegt mit je einer Workshop-Session pro Woche. Jede Session dauert ca. 2 bis 4 Stunden. Wenn du dich mit deiner Jugendgruppe also einmal die Woche für zwei bis vier Stunden triffst, dann kannst du den Workshop ganz einfach in deine Gruppenstunde integrieren. Das Konzept ist für Ju-gendliche im Alter zwischen 14 und 20 Jahre und für eine Gruppengröße von ca. 6 bis 18 Personen angelegt. Gerne könnt ihr - sofern alle damit einverstanden sind - noch weitere Jugendliche zu eurem CityLab einladen, die nicht fest zu eurer Gruppe gehören (bspw. Freund*innen, Jugendliche aus dem Jugend- oder Flüchtlingsheim). Damit gebt ihr auch anderen auf niedrigschwelliger Ebene die Chance eure Stadt mitzugestalten und sie vielfältiger zu machen.
1. Session
Einstieg & Inspiration
4. Session
Planung der Umsetzung
Aktionswochenende
Umsetzung des Projektes
5. Session
Feinschliff
6. Session
Puffer
2. Session
Ideen-findung
3. Session
Konzeption
7. Session
Reflektion
First things first: Vorbereitung
Damit der Workshop selber möglichst rund läuft, ist eine gute Vorbereitung sehr von Vorteil - wenn nicht essentiell. Daher findest du hier die vier wichtigsten Schritte, die du am besten vor Beginn des CityLab-Workshops durchgehst.
Gruppe konsultieren
Zunächst solltest du erst einmal deine Gruppe fragen, ob ihr Zeit, Kapazitäten und vor allem Bock auf den Workshop habt. Das Ganze macht schließlich nur Spaß und führt zu etwas, wenn auch wirklich alle motiviert sind und sich beteiligen wollen. Klärt was das Ziel des Projektes ist: Selbstwirksam-keit und Partizipation in der Stadtgestaltung.
Budget planen
Am besten stellt ihr gleich zu Beginn eine Budgetplanung auf. Denkt daran, dass ihr als Jugendgruppe auch Zuschüsse bei der Stadt beantragen könnt. Informiert euch dazu beim Jugendportal eurer Stadt. Vielleicht hat eure Stadt für euer Projekt sogar auch zusätzlich noch ein bisschen Geld locker - da lohnt es sich auf jeden Fall nachzufragen.
Stadt kontaktieren
Außerdem ist es sehr zu empfehlen, sich zu Beginn des Pro-jektes direkt mit der Stadtplanungsabteilung deiner Stadt in Verbindung zu setzen und euer Vorhaben zu besprechen. Am besten haltet ihr während des gesamten Projektes re-gelmäßig Rücksprache mit den Stadtplaner*innen, um zu evaluieren, welche Ideen der Jugendlichen umsetzbar sind.
Absprache mit den Leiter*innen
Ganz wichtig ist es, eine oder mehrere Leiter*innen zu be-stimmen, die das Projekt moderieren. Im Laufe des Work-shops sollten die Leiter*innen auch immer wieder die Umsetzbarkeit des Projektes einschätzen und die Jugend-lichen dabei unterstützen eine realistisch umsetzbare Idee weiterzuentwickeln.
Inhalt und Ablauf des Workshops
Jede einzelne Workshop-Session sollte am besten vor der Durchführung noch einmal mit den anderen Leiter*innen besprochen und vorbereitet werden. Je nachdem müssen dafür zum Beispiel rechtzeitig vorher Materialien besorgt werden. Was ihr vorbereiten müsst, steht aber auch nochmal bei jeder Session dabei :)
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Ziel:
In dieser Session wird gemeinsam ein erster Einstieg in das Thema Stadtgestaltung und in das Projekt gefunden. Am Ende können bereits erste ganz unbewertete Ideen gesammelt werden. Eure Gruppe, bei der möglicherweise einige neue Gesichter dabei sind, kann sich so erst einmal besser kennenlernen und zusammenfinden.
Vorbereitung:
Impulsfragen ausdrucken
Materialien bereit legen
Inspirationsbilder zum Thema Stadtgestaltung raussuchen
Ablauf:
Begrüßung & Namensrunde
Einstiegsspiel: “Wenn ich Bürgermeister*in wäre, würde ich…”
Gemeinsames Ziel klären → auf der Flipchart festhalten
Was ist Stadtgestaltung? Wie kann sie aussehen? → verschiedene Formen vorststellen und Inspirationsbilder zeigen
Stadtspaziergang in 3er Gruppen → Impulsfragen als unterstützendes Begleitmedium
Erste Ideen sammeln, die beim Spaziergang gekommen sind → auf Post-It’s notieren
Besprechungsrunde: Wie war’s? Was ist euch aufgefallen? Was möchte ich in der Stadt ändern?
Abschlussrunde: Was nehmt ihr von heute mit? Was steht nächste Woche an?
Methoden & Tools:
Materialien:
Flipchart/Whiteboard/Plakate
Stifte
Post-It’s
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Ziel:
Die ersten Ideen aus der letzten Session werden nun ergänzt und konkretisiert. Dabei überprüfen die Jugendlichen die Ideen auf ihre Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit. Diese Session bietet sich sehr dazu an, eine Person aus der Stadtplanung einzuladen, die dabei helfen kann herauszufinden, welche Ideen inwiefern umsetzbar sind und welche nicht. Am Ende der Session soll sich die Gruppe gemeinsam für ein ausgewähltes Projekt entscheiden.
Vorbereitung:
Stadtplaner*in einladen (zur Beratung bei der Ideenfindung)
Slido-Umfrage anlegen (Ranking)
Materialien bereitlegen
Ablauf:
Begrüßung
Einstiegsspiel: “Stadtarchitekt*innen”
Recap von letzter Woche: Vorstellung der ersten Ideen, Ziel für heute klären
Ideen-Cluster: Sortierung der Ideen nach Themen
Ideen konkretisieren: pro Themenfeld eine 2-3er Gruppe, die eine Idee auswählt → Impulsfragen als unterstützendes Begleitmedium
Erste Visualisierung der ausgewählten Idee in den Gruppen → Skizze auf Papier mit Stiften
Präsentation der ausgewählten Ideen in der Runde: Vorstellung, Diskussion und Feedback
Abstimmung und Festlegung der Projektidee → Slido
Abschlussrunde: Was nehme ich von heute mit? Was steht nächste Woche an?
Methoden & Tools:
Materialien:
Smartphones für die Abstimmung
Papier
Stifte
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Ziel:
Die in der letzten Woche ausgewählte Idee wird in dieser Session weiter ausgearbeitet. Dazu entwickeln die Jugendlichen eigene Vorschläge, welche Form die Idee annehmen könnte. So bekommen alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit, ihre Vorstellungen mit einzubringen und zu diskutieren. Gemeinsam sollen sie sich dann am Ende für eine Form entscheiden.
Vorbereitung:
Inspirationsbilder zur Projektidee raussuchen
Impulsfragen ausdrucken
Projektsteckbrief vorbereiten
Materialien bereitlegen
Ablauf:
Begrüßung
Einstiegsspiel: “Blickduell”
Recap von letzter Woche: Ausgewählte Idee nochmal vorstellen, Ziel klären
Projektsteckbrief: Gemeinsam diskutieren und notieren → Was? Wo? Warum? Für wen?
Inspirationsbilder zur Projektidee zeigen
Formfindung: In 2-3er Gruppen überlegen wie die Projektidee aussehen könnte? → Impulsfragen & Bastelmaterial
Galeriegang: Jede Gruppe stellt ihren gebastelten Entwurf vor → kurzes Feedback & Diskussion
Einigung auf einen Projektentwurf (oder eine Mischung aus mehreren Entwürfen) → bei Entscheidungsschwierigkeiten Slido nutzen
Abschlussrunde: Was nehmt ihr von heute mit? Was steht nächste Woche an?
Methoden & Tools:
Materialien:
Papier
Stifte
Bastelmaterial
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Ziel:
Jetzt, da klar ist, was gestaltet werden soll, können verschiedene Rollen in eurer Gruppe verteilt werden, sodass jede*r genau weiß, wo er/sie steht und eine Aufgabe hat, die ihm/ihr gefällt. In diesen Rollen wird die Idee und ihre Umsetzung nun bis ins Detail konzipiert und geplant.
Vorbereitung:
Jobkarten vorbereiten
Material bereitlegen
Ablauf:
Begrüßung
Einstiegsspiel: “Kotzendes Känguru”
Recap von letzter Woche: Gestaltungsform der Idee nochmal vorstellen, Ziele für heute klären
Rollenaufteilung: Jobbörse mit Jobkarten (z.B. Bau-Team, Kommunikationsteam, Foto-Team, Finanz-Team)
Projekt-Sheet: Funktionsklärung, Designskizzen, genauer Gestaltungsplan, Materialliste, Kostenkalkulation → Teams besprechen sich und füllen Projektsheet aus
Vorstellung der Planung der einzelnen Teams → Feedback
Abschlussrunde: Was nehmt ihr von heute mit? Was steht nächste Woche an?
Methoden & Tools:
Materialien:
Jobkarten
Papier
Stifte
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Ziel:
In dieser Session wird das Aktionswochenende geplant, also die Vorbereitung, der Ablauf, das Essen, die Projekt-To-Do’s, und so weiter. Außerdem wird ein Plan B für den Fall entwickelt, dass beispielsweise schlechtes Wetter ist, Material fehlt oder Ähnliches. Dadurch wird sichergestellt, dass sich eure Gruppe mit der Planung sicher fühlt und für mögliche Eventualitäten gewappnet ist
Vorbereitung:
Materialliste, Werkzeugliste, Checkliste und Zeitstrahl vorbereiten
Material bereitlegen
Ablauf:
Begrüßung
Einstiegsspiel: “Evolutionsspiel”
Recap von letzter Woche: Projekt-Sheet vorstellen, Ziele für heute klären
Fahrplan Aktionswochenende: Teams planen die Vorbereitung, Aufgabenverteilung und Arbeitsschritte → alles wird auf Materialliste, Werkzeugliste, Checkliste und Zeitstrahl eingetragen
Besprechungsrunde: Gibt es noch Lücken, Probleme oder offene Fragen?
Plan B entwickeln: Was wenn schlechtes Wetter, fehlendes Material, defektes Werkzeug, etc.? → auf der Flipchart festhalten
Checkliste durchgehen: Was ist bis zum Wochenende noch zu tun?
Abschlussrunde: Wie motiviert seid ihr auf einer Skala von Taddeus bis Biene Maja? → Wie welche Zeichentrickfigur fühle ich mich gerade in Bezug auf das anstehende Wochenende?
Methoden & Tools:
Materialien:
Papier
Stifte
Flipchart/Whiteboard/Plakat
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Diese Session ist dazu da, Rückschläge oder zeitliche Verschiebungen abzufangen. Falls sich beispielsweise im weiteren Verlauf des Workshops herausstellt, dass die beschlossene Idee doch nicht klappt oder falls ihr einfach länger für alles braucht als gedacht, ist in dieser Session Zeit, das nachzuholen.
Aktionswochenende
Das Aktionswochenende ist der Abschluss des Workshops (abgesehen von der Reflektion). An diesem Wochenende wird das Projekt in die Tat umgesetzt, welches ihr zuvor in den Workshop-Sessions gemeinsam erarbeitet habt.
Ein paar Hinweise vorweg
Allgemein ist es sehr zu empfehlen, das Wochenende mit Übernach-tung zu machen. So habt ihr zum einen den starken Team- und Ge-meinschaftsfaktor und zum anderen habt ihr auch einfach deutlich mehr Zeit. Wenn schon alle da sind, muss man nicht noch auf Nach-zügler*innen warten. Dazu müsst ihr aber zunächst klären, ob es Übernachtungsmöglichkeiten in euren Jugendräumen gibt und ob ihr diese nutzen könnt.
Macht am besten auch eine offizielle Anmeldung für das Wochenende. Das gibt euch vor allem organisatorische Sicherheit und ihr seid auto-matisch über euren Träger versichert. Auf den Anmeldungen könnt ihr dann auch zugleich in Erfahrung bringen, ob Teilnehmer*innen Unver-träglichkeiten/Allergien haben, nicht auf Fotos zu sehen sein wollen oder sonstige Einschränkungen haben.
Und dann kann’s losgehen! Denkt daran regelmäßig Pausen zu machen und euch nicht zu überarbeiten. Schließlich macht ihr das Projekt vor allem für euch und ihr sollt den Spaß an der Sache nicht verlieren. Alles kann - nichts muss!
Exemplarischer Ablauf
Freitag
16:00 Uhr Ankommen & Einstiegsspiel
17:00 Uhr Materialien und Werkzeuge zusammensuchen
19:00 Uhr Abendessen
20:00 Uhr Freizeit
Samstag
8:00 Uhr Aufstehen
8:30 Uhr Frühstück
10:00 Uhr Spiel und Besprechung des Tagesplans
10:30 Uhr Aktivitätsphase
13:00 Uhr Mittagessen
14:00 Uhr Aktivitätsphase
19:00 Uhr Abendessen
20:30 Uhr Freizeit
Gutes Essen ist die halbe Miete, wenn man eine motivierte Truppe haben will. Daher solltet ihr euch überlegen was ihr an dem Wochen-ende essen wollt und wer vorher einkauft.
Vereinbart gemeinsam eine Start- und Enduhrzeit (beispielsweise Freitag 16:00 - Sonntag 16:00 Uhr). Ein klarer Anfang und ein klares Ende geben den Teilnehmer*innen Orientierung.
Sonntag
8:00 Uhr Aufstehen
8:30 Uhr Frühstück
10:00 Uhr Spiel und Besprechung des Tagesplans
10:30 Uhr Aktivitätsphase
13:00 Uhr Mittagessen
14:00 Uhr Aktivitätsphase
15:00 Uhr Aufräumen
15:45 Uhr Abschluss & Spiel
7. Workshop-Session: Reflektion
Bei der Reflektion soll nochmal der gesamte Workshop gemeinsam revue-passiert werden lassen. Ziel ist es aus den Erfahrungen zu lernen und zu überlegen, was man beim nächsten Mal besser oder anders machen könnte. Teile deine Erfahrungen mit deiner Gruppe gerne auf dieser Website. So können auch andere Gruppen von euren Erkenntnissen profitieren oder sich inspirieren lassen.
Themen für die Reflektion
Am besten bereitest du die Reflektion des Projektes kreativ auf, damit es nicht so trocken ist. Beispielsweise kannst du ein interaktives Spiel daraus machen: Du nennst der Reihe nach die einzelnen Kategorien, die reflektiert werden sollen und die Jugendlichen stellen sich auf einer Range von links nach rechts auf, je nachdem wie gut sie diesen Aspekt fanden (z.B. links besonders gut und rechts eher nicht so gut). Dabei sollte auch der Raum für Anmerkungen, Kritik und Wünsche offen sein.
Rahmen des Projektes (7 Wochen, 6 Workshop-Sessions + Aktionswochenende, Länge der Sessions, etc.)
Ablauf der einzelnen Workshop-Sessions
Methoden & Tools
Gestaltungsidee und Umsetzung des Projektes
Aktionswochenende
Grad der Autonomie / Selbstständigkeit der Jugendlichen
Kommunikation untereinander
Kooperation mit der Stadt
Motivation
Gesamt